- MOTORSPORT
- MOTOCROSS
- FLUGZEUG FLIEGEN
- RADRENNEN
- SOLIST OUTDOORTROPHY
- WETTER
[[preview.text]]
[[currentText]]
Speedpilot Roland gewinnt den stark besetzten "Riderman" Radmarathon in Bad Dürrheim
der zum German Cycling Cup zählt. Im Einzelzeitfahren konnte er sich mit einem normalen Rennrad
gegen die Konkurrenz auf speziellen Zeitfahrmaschinen mit einem 5. Platz sensationell behaupten.
Bei den folgenden zwei Einzeletappen errang er jeweils den 1. Platz und gewann damit die
3-Tages-Gesamtwertung. Ein Teilnehmer schilderte sehr ausführlich das Rennen aus seiner Sicht:
Welches Rennen geht im deutschen German Cycling Cup für Amateure über 3 Etappen?
Es ist der Rothaus Riderman. Ein Zeitfahren und zwei Straßenrennen in Folge. Ein Bericht über die Erfahrung drei Tage hintereinander alles zu geben und doch nicht zu gewinnen. Es sei denn im Kopf ist man schon vorab der "Riderman". Gerade komme ich Heim vom Riderman und bin noch ganz begeistert. 3 Tage Konzentration, volle Leistung, ganze Anspannung und große Abwechslung im Schwarzwald.
Der Riderman bestand dieses Jahr aus drei Etappen:
Freitag Einzelzeitfahren 17km
Samstag Straßenrennen 80km
Sonntag Straßenrennen 105km
Hört sich schwer an - ist es auch gewesen.
Wer surft die Welle beim Riderman?
Freitags komme ich nachmittags sehr spät an in Bad Dürrheim. Das Einzelzeitfahren beginnt gegen 18.00 Uhr und ich muss um 19:29,45 starten. Ich kann nur noch die Strecke abfahren während der Wettbewerb schon läuft, doch es reicht um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Die Strecke ist eine Zusammensetzung aus Parkweg, Wald und Wiesenwirtschaftsweg und ein bisschen normaler Strasse. Bei langsamen Tempo rollt sich mein Scheibenrad so holprig, das es mir in der Seele weh tut um das gute Material. Der Wind ist enorm stark. Flandern lässt grüßen oder noch besser: Windsurfen in Holland? Der Kurs wechselt ständig die Richtung - genug, die Scheibe bleibt im Wagen. Der Start ist perfekt organisiert. Man reiht sich ein und startet im 15s-Takt nacheinander über eine Rampe im Kurpark. Einige Kurven und ich verlasse den Park in Richtung Wald. Schnell gefahren sind die Dellen und Löcher im Asphalt gar nicht so schlimm und es geht über ein paar kleine Wellen, die aber weh tun, über 4km auf das Feld. Seitenwind und richtige Strasse. Mit 45km/h geht es 3km und dann geht es leicht bergauf in umgekehrter Richtung. Die ansteigende Landschaft fordert alle Kraft und der Wind steht äußerst ungünstig. Bisher habe ich 6 Fahrer überholt, doch nun wird es auch für mich anstrengend. Dann sehe ich weitere Fahrer vor mir und drehe noch mal auf. Die Fahrer die ich nun überhole sind ganz langsam und man fliegt vorbei. Allerdings habe ich so starkes Seitenstechen, dass ich laut schreiend ausatmen muss. Dann kommt endlich ein Rülpser und es geht mir bäh- besser. Die vorletzte Kurve ist ganz was Feines. Man möchte noch einmal beschleunigen, alle klatschen und dann sieht man den Rollsplitt. Gerade noch im Bereich der Haftreibung komme ich herum und biege auf die letzten 200m. 25:47Minuten. Ein Schnitt von 39,5 ist gut und niemand hat mich überholt. Der Gesamtsieger sogar einen 42er Schnitt. Das ist stark. Mit Platz 31 von 274 Teilnehmern bin ich zufrieden. 2 Fahrer haben nur für heute am Zeitfahren teilgenommen, so lande ich zwei Plätze besser beim Riderman200. Ein guter Tag. Siegerehrung im Festzelt. Riderman-Zeremonie. Das Abschneiden der anderen: Bei den Damen schneiden 2 Kölnerinnen gut ab. In der Kategorie RiderWomen belegt Beate Tschorlich wird 2. (Overall 3.)und Sabine Braun belegt den 4. Platz (Overall 6.). Bei den Männern gewinnt Peceny Zdenek die Gesamtwertung mit 23:45s (Schnitt von 42,929km/h!!!). Dann der Hammer, ein Österreicher mit einem normalen Straßenrad fährt 25s schneller als ich. Roland Rupprechter wird später noch von sich Reden machen. Zufrieden gehe ich Essen und genieße die Stunde nach dem Wettkampf. Dann gehts noch nicht ins Bett. Ich arbeite noch am Rad für morgen.
2. Tag: 80km Strassenrennen über Klassiker-Strecke
Das Rennen ist erst um 15.00 Uhr deshalb gehe ich morgens mal ins Solebad wie alle anderen Kurpatienten. Heute geht es anders herum als beim letzen Riderman 2008. Man fährt den Berg, der letztes Jahr ins Ziel gefahren werden musste, direkt nach dem Start hinauf. Die breite Straße und die moderate Steigung 3-5% ziehen das Feld schön auseinander. Oben angekommen kann ich die Spitze noch gut sehen und ich bin ganz bequem im voderen Feld gelandet (schöner Berg). Quer über die Felder geht es nun. Die Wege sind schlecht, viele Kurven, scharfer Wind. Die Einheimischen beschweren sich "Meim letzten mal war alles anders", "Mountainbikestrecke", und so weiter und so fort. Mir gefällt das winklige Fahren, das Beschleunigen nach den Kurven und es ist einfach sich nach vorne zu arbeiten. Ich bin entwicklungsmäßig sowieso mehr auf dem Trip ein Cross-Fahrer zu werden und falle deshalb als Flandernrundfahrt-Fan völlig heraus aus der Geschmackswertung (gute Strecke oder nicht). "Die Kurven kann man doch ganz einfach schneiden wenn man über den Schotter oder den Rasen laufen lässt!!!! Was haben die denn alle???" Berge gibt es auch und alle 2 Minuten eine steile Welle, aber die Steigungen sind nicht steil und lang sondern sie lassen sich gut rollen und durchdrücken. Dann kommt auf einmal doch noch dieser verdammte Berg vom letzten Jahr. Die Spitzengruppe fällt auseinander und nach der Abfahrt haben wir ca. 20 Fahrer aufgesammelt, die nun versuchen wieder Anschluss zu bekommen. Es wird hart gefahren und wir sammeln weitere versprengte Fahrer auf. Nach dreißig harten Kilometern gegen den Wind haben wir die Spitzengruppe wieder eingeholt. Ab da wurde jeder Fluchtversuch erstickt und das Tempo wieder gezügelt. 5 km vor dem Ziel nimmt sich ein Fahrer ein Herz und fährt von uns weg. Die Verfolger lassen sich ein wenig Zeit und der Blaue hält einen Abstand von 150m. 4km vor dem Ziel sind wir ihm auf 50m nahe gekommen. Keiner fährt nun auf, alle warten. Dann hinter der nächsten Kurve is er plötzlich weg und er entkommt ins Ziel. Das ist Roland Rupprechter, der Österreicher. Er gewinnt die Tageswertung mit 7 Sekunden Vorsprung und übernimmt die Gesamtwertung. Ich hatte kurz überlegt ob ich ihm hinterherfahren soll, habe aber gezögert. Dann bin ich auf den letzten 4km ganz vorne in unserer Gruppe. Es ist ein enger Feldweg und ich glaube, dass hinter mir gleich einer Stürzen wird. Also übernehme ich mit drei weiteren Fahrern die Führung der Gruppe. Die letzten 500m sind anders als erwartet. Niemand hat die anderen hinter mir behindert oder ausgebremst und es herrscht ein ätzender Gegenwind auf der Zielgeraden. Als die Straße breiter wird ziehen 15 bis 30 Fahrer locker an mir vorbei. Ich kann nur noch wenige von denen wieder einholen, dann wird die Zielgerade wieder enger und man kommt nicht mehr sicher vorbei. Zum Schluss bin ich "der" Looser im Sprint. Roland hat 8 s Vorsprung und die nächsten vier Fahrer haben maximal 0,9s!!! Vorsprung auf mich. Der 2. Platz ist nur 0,9s entfernt gewesen. Am Ende des Tages habe ich mich auf den 5. Platz heraufgearbeitet und bin trotz Sprintdebakel wieder ganz zufrieden. Sabine Kratt siegt bei den Damen. Beate Tschorlich wird wieder 3. und Sabine Braun 9. Abends höre ich viele Negativ-Stimmen zur heutigen Strecke. Ich stehe wohl ganz alleine da mit meiner Vorliebe für Klassikerstrecken. Wenn die Wege schlecht und eng sind und der Wind bläst volles Rohr, dann fehlt eigentlich nur noch Regen und Kälte und das Rennen wird hart. Ich mag die Windkanten-Rennen und Kopfsteinpflaster bei 6 Grad. Echte Aussenseiter-Vorlieben und nicht beliebt in Baden und Schwaben. Hier fährt man lieber auf guten und breiten Straßen steile Berge herauf. Eben anders. Große Jedermann-Rennen auf den großen Straßen empfinde ich meistens aber nicht als hart sondern eher als brutal - wegen des hohen Tempos und der fürchterlichen Massenstürze an den Fahrbahnteilungen, Hindernissen und Abfahrten.
3.Tag Riderman - schlechte Straßen+großes Feld= schwere Stürze
Um 9.00 Uhr morgens gehe ich zum Einfahren. Das Gefühl ist wie erwartet mies aber man muss ja weiter machen. Um 10.00 Uhr starten 550 Fahrer - nicht wenig aber auch nicht viel für so ein schönes Rennen. Ich starte von vorne und setze mich am Ortsausgang an die Spitze. So kann man nicht stürzen und nicht verpassen wenn die Post abgeht. Am Berg ziehen dann die schnelleren Fahrer ganz langsam an mir vorbei und oben bin ich wieder 50 m hinter der Spitze aber mitten drinn. Über die Felder fahren wir über eine richtige Landstraße. Die Abfahrt ist schnell und kontrolliert. Langsam bin ich wieder vorne gelandet, so an Position 30 bis 40 vielleicht. Als es auf die Feldwege geht, reiht sich das breite Feld in Zweier- bis Dreierreihen und wir fahren schnell eine Abfahrt. Beim Überqueren einer Landstraße gibt es eine kleine Welle auf der Straße. Wir nehmen etwas Tempo raus und dann höre ich hinter mir schon den fürchterlichen Aufprall. Das muss ein großer Sturz gewesen sein. Vorne wird ruhig bis verhalten weiter gefahren aber trotzdem kommt von hinten erst mal niemand mehr nach. Der Sturz war wohl genau so große wie der in Bochum. So teilt sich das große Feld und ich bin in einer ca. 60 Mann großen Gruppe an der Spitze. Der Wind und die Feldwege lassen nun die Fahrerfelder auseinandersprengen. Nur wenige der hinteren finden noch einmal Anschluss, glaube ich. Dann kommen die ersten Steigungen. Ein moderater langer Berg klappt gut und das Rennen geht jetzt los. Nach 10km kommt der erste von drei richtig harten Bergen und ich falle aus der Spitzengruppe. In einer kleinen Verfolgergruppe schaffen wir schnell den Anschluss. Zurück geht das Feldwegrennen nach Bad Dürrheim. Dann kommt ein langsam ansteigender Berg so bei Kilometer 50 und ich bekomme schwere Krämpfe. Einige fahren an mir vorbei, dann beruhigen sich die Beine und ich erhole mich. Als ich denke es ist geschafft, fahren wir eine Spitzkehre und es folgt 1 km mit einer Rampe wie in einem schlechten Film. Ungefähr 21% maximale Steigung. In der Mitte wird es kurz etwas flacher aber dann gegen Ende wieder erbärmlich steil. Oben angekommen bin ich der Letzte und es ist nur ein Fahrer noch vor mir. Davor ist ein Loch von 50 m bis zu einer kleinen Gruppe von 5 Fahrern. Die Spitze ist fast weg. Wir fahren hart hinterher und nach 5 Minuten haben wir den Anschluss noch einmal geschafft. 10km später bin ich wieder ganz in der ersten Reihe denn es kommt zum zweiten mal der Hammerberg, den wir gestern nur einmal fahren mussten und der heute zweimal auf dem Programm steht... Letztes Jahr wurde diese Steigung sogar 6 mal gefahren, wenn man es positiv sieht, ist es diesmal also nicht so schlimm. Trotzdem werde ich durchgereicht und habe keinen Dampf mehr. Wenn einem so etwas passiert, muss man ganz ruhig bleiben. Und wenn der letze Fahrer kommt, dann muss man sein Hinterrad halten. Das mache ich auch und ich bleibe sogar bei einer Gruppe von 4 Fahrern - dummerweise nehmen die aber - genau wie ich zuvor- immer mehr Tempo raus, so dass wir den Anschluss verlieren. Das Dritte mal schaffen wir den Anschluss nicht mehr. Diesmal ist die Spitzengruppe zu klein und versprengte Gruppe sammeln sich vor uns und werden immer schneller weil sie krampfhaft um den Sieg fahren. Während dessen fahren wir zu 6 Mann ein hohes aber nicht ausreichendes Tempo. So fahren wir die nächsten Kilometer und ich werde immer schlapper. Unsere Gruppe zerspringt als zwei Fahrer weg fahren wollen. Jetzt kommt mal eine Kritik obwohl ich das eigentlich lieber für mich behalten hätte. Ich fahre meinen beiden Begleitern nur noch hinter her (mehr ist nicht mehr drin) und unterstütze den einen, der brav im Wind arbeitet um dann regelmäßig danach von einem nicht die Gruppe unterstützenden Fahrer attackiert zu werden. Dieser Mann hat mich gerade als Affen bezeichnet, auch deshalb führe ich nicht mehr. Der junge Fahrer fährt 3 Minuten gegen den Wind in der Führung. Dann biegen wir links ab, es folgt eine Brücke. Unser egoistischer Fahrer tritt von hinten voll an über die Brücke. Wir haben das Nachsehen und es reißt ein Loch. So fahre ich dieses Loch und andere mehrmals noch bis zum Ziel zu. Selbst auf der Zielgraden legt sich dieser rücksichtslose Fahrer bei uns hinten drauf und übersprintet uns dann noch kurz vor Schluss. Wahre Freundschaft - wir beide sind fassungslos über diesen egoistischen Fahrer". Zum Schluss kommt er im Ziel an und meint: "Für den Affen entschuldige ich mich ist ja ein Wettkampf". Ich bin sprachlos und gebe ihm auch noch die Hand. So ist der Sport. So das wars aber mit der Kritik. Trotzdem haben wir durch die ambitionierte Fahrweise des egoistischen Fahrer sowie meines fairen Begleiters doch ein sehr hohes Tempo gehalten, was uns später dazu verhilft, nicht von einer Verfolgergruppe eingeholt zu werden. Das hat uns bei allem Ärger dann doch im Ergebnis geholfen. Im Ziel bin ich irgendwie leer und ausgebrannt. Mit dem 7. Platz kann ich sehr zufrieden sein, denn die letzten Kilometer bin ich nur noch nach Hause gerollt. Zur Spitze bekomme ich heute eine Packung von 6 Minuten und 30s. Hört sich nicht viel an - ist es aber...:) Sieger wurde – wie sich schon abgezeichnet hat - der schon erwähnte Blaue aus Österreich. Dieser riss trotz zwei harten Rennen in den Füssen nach 30 Kilometer vom Feld aus und führte über 10 Kilometer solo das Rennen an, dies obwohl ganz frische Fahrer am Sonntag das Rennen aufgenommen haben. Da kann ich nur sagen: Wer kann, der kann…
Zur Veranstaltung:
Viele haben über die Strecke geklagt, mir hat sie aber gut gefallen. Die vielen Kurven haben mir geholfen wieder ran zu fahren. Doch es gab auch zwei Stürze mit schlimmen Folgen. Der Massensturz zu Beginn und einer wohl in der steilsten Abfahrt. Das ist wenig für so ein Rennen aber es macht einen wieder nachdenklich - gute Besserung an die Betroffenen! Der Parcours gleicht aber einem klassischen Marathon in Belgien oder dem La Charly Gaull in Luxemburg. Neben dem "Rasen gerade aus" auf Autobahnen muss man auch kleine Wege fahren können. Der Wind und die Berge haben mir am dritten Tag den Zahn gezogen, nicht die Wege. Die Absperrungen und die Auszeichnung waren im Herrenrennen sehr gut. Am Samstag war ein Hinweisschild im Wind umgefallen und wir mussten einmal zurück, aber nicht schlimm. Die Frauen haben mit der Auszeichnung und Motorradbegleitung wohl weniger Glück gehabt als wir im "großen Rennen". Die vielen Helfer waren zu mir aber stets freundlich und die Ergebnislisten ohne Fehler glaube ich - Selbst der Sprecher war allbekannt und gut. Was will man mehr. Ein großartiger Riderman 2009, dank an die Organisatoren.
Bilder sportograf.de
Bericht von Frank aus Köln
Gefahren wurde mit einem überragenden 6,60kg leichten Simplon Pavo Race Rennrad aus Carbon und leichten Carbon Felgen. An dieser Stelle besten Dank an DJ's Bikeshop für die tolle Unterstützung!